Ganz schön Blume

Die Landesgartenschau Neu–Ulm

Sind wir sonst nach der Messe Nürnberg in Richtung München gefahren, führte der Weg uns dieses Mal nach Neu-Ulm Die Planer der Landesgartenschau Neu-Ulm hatten zu einer Führung eingeladen und so trafen wir am Samstag 20.09.2008 Uwe Brzezek, Christian Loderer, Dirk Sadtler von plancontext Landschaftsarchitektur Berlin. Los ging es um 13 Uhr am Geländeteil Glacis. Unser Spaziergang führte uns über alle 3 Geländeteile: Glacis, Vorfeld, Wiley. Dank umfangreicher Informationen zu Planungs- und Umsetzungsphasen, Hintergrundwissen zum städtebaulichen Gesamtkonzept und Vorher – Nachher Bild –Dokumentation konnten wir nur darüber staunen, was von 2005 bis 2008 auf dem Gelände realisiert wurde.

Wie werden Wohnungen und Häuser im 21. Jahrhundert aussehen? Welche Herausforderungen gilt es zukünftig im Städtebau zu meistern? Wie werden die Gärten aussehen? Gartenvisionen und Wohnideen waren das zentrale Thema im Geländeteil „Glacis“. „Visionen 21“ präsentierte innovative Wohnideen zum Anfassen und Ausprobieren, z.B. Leben auf dem Wasser im „Floating Haus“ oder im Loft Cube auf dem Dach. Der Wohnwürfel stellte unter Beweis, dass alles, was man zum Leben braucht, inkl. Wärmschutz und Anschlüsse für moderne Medien auf sieben qm Platz hat.

Unser Spaziergang führte uns weiter zum Geländeteil „Vorfeld“. Das Thema hier: Blumenschau und Gartenbau. Mustergärten, Obstlehrpfad oder den Handwerksmarkt gab es zu sehen. Mit dem Erhalt der alten Anzuchtbeete und der Umwandlung eines Gewächshauses zum kleinen, feinen Cafe mit lounchiger Atmosphäre hatten die Planer den Geist des Ortes auf dem Gelände der ehemaligen Stadtgärtnerei aufleben lassen. Wie reizvoll eine gut geplante Staudenpflanzung sein kann, zeigte sich eindrucksvoll an der 300 Meter langen und 12 Meter breiten „Staudenwelle“.
Einzelheiten

Ein Gebiet, das lange Zeit im Abseits lag, wurde über die neue „Grüne Achse“ an die Stadt angebunden: „Wiley“, das Gelände der amerikanischen Kaserne, das 40 Jahre das Stadtbild im Süden Neu-Ulms prägte. Heute gilt es als Versuchsmodell im Bundesforschungsprogramm für experimentellen Wohnungs- und Städtebau und ist Standort der neuen Fachhochschule. Als Sportpark geplant, wurde die Anlage mit Hilfe von Sportvereinen und Interessensgruppen, durch die Landesgartenschau zum Generationenpark, der allen Altersgruppen nutzbare Angebote für Gymnastik, Spiel und Sport bietet. Und hier verbrachten wir den größten Teil unserer Zeit mit: SPIELEN !!!!!!!!

Der Kreativität und dem Einfallsreichtum der Planer waren wenig Grenzen gesetzt, so dass wir am zentralen „Melrose Place“ beim Wasserspielplatz „Baywatch“, der an einen Swimmingpool erinnert, eintauchen konnten: In der Mitte der blauen Asphaltfläche befindet sich die Sandinsel mit Wasserpistolen, Duschen und Wasserdüsen in verschiedensten Ausführungen. Und trotz sehr bescheidener Temperaturen (8 Grad) konnten wir dem Spiel mit dem Wasser nicht widerstehen.
Der „Bonaza“ Spielplatz, wo man beim „Cowboy und Indianer Spiel“ an Totems aus Edelstahl hochklettern und auf dem Barfußpfad durch die Weidengebüsche schleichen konnte. Nicht zu vergessen die „Kanadier“ im trockenen Kiesflussbett. Hier war unser Motto: Bei Wesser sitzen alle im selben Boot
Wir wurden Augenzeuge davon, dass eine richtig gute Skatebahn auch für BMXler geeignet ist und haben uns am angrenzenden „Stuntmen-Spielplatz“ auf den Sprungbrettern und Bodentrampolinen warm gesprungen.
Und auf dem „Fitnessparcours“ sahen wir dann die Geräte wieder, die 1 Tag vorher auf der Sonderschau “Generationsübergreifende Spielplätze“ der GaLaBau Messe vorgestellt worden waren.

Ganz schön Blume! 25.4.-5.10.2008
Landesgartenschau Neu-Ulm (Flyer, PDF)