Offene Gartenpforte

Interview

Blühende Erinnerungen statt steiniger Tristesse

Seit 2012 hat die offene Gartenpforte für uns einen festen Platz im Terminkalender. Die Journalistin Susanne Wannags hat unseren Geschäftsführer Michael Wesser gefragt, warum diese Veranstaltung für uns so wichtig ist.

Herr Wesser, was ist für Sie mit dem Familiengarten verbunden?

Viele Erinnerungen aus der Kindheit. Hier habe ich schon im Alter von fünf Jahren mit dem Gärtnern begonnen und große Flächen umgegraben. Es gibt da die Geschichte, dass meine Eltern mich morgens im Gemüsegarten eine kleine Ecke umgraben ließen. Nach einigen Stunden haben sie mal nach mir geschaut und festgestellt, dass ich bereits einen großen Teil des gesamten Gemüsegartens umgegraben hatte. Später habe ich dann ein kleines Areal im Garten bekommen, in dem ich selbst Gemüse anbauen durfte. Damals hatte der Garten noch viele unfertige Ecken, in denen ich mich austoben konnte. Das Schöne war und ist, dass wir im Garten immer wieder mit neuen Pflanzen und Pflanzkombinationen experimentieren konnten und können. Hier haben wir zum Beispiel unser Standard-Staudensortiment auf Langlebigkeit und Gartentauglichkeit getestet. Neue Staudensorten werden hier aufgepflanzt und erprobt. Erst wenn uns das Ergebnis überzeugt und wir zufrieden sind, verwenden wir sie in Kundengärten.

Warum laden Sie Menschen ein, am Tag der offenen Gartenpforte Ihren Garten zu besuchen?

Wir haben 2012 mit der offenen Gartenpforte begonnen, um einen Gegenpol zur „Schotter-Garten-Tristesse“ zu setzen, die damals anfing. Wir sind mit Leib und Seele Gärtner und lieben Pflanzen – da waren die Schottergärten für uns ein echtes Problem. Unser Ziel war es, die Gartenkultur am Niederrhein ein Stückchen voran zu bringen und in die richtige Richtung zu lenken.

Was erwartet die Besucher bei Ihnen?

Vor allem Ruhe und Zeit. Den meisten Besuchern konnte man in den vergangenen Jahren ansehen und anmerken, dass sie sich im Garten entspannen und entschleunigen konnten. Viele verbrachten hier sogar mehrere Stunden. Und es gibt einige, die immer wiederkommen und den Garten schon mehrmals besichtigt haben. Hier können die Besucher in eine andere Welt eintauchen und den Alltag vergessen. Doch es gibt auch viele gute Gespräche – Gartentipps werden ausgetauscht und wir geben gerne unser Wissen weiter.

Was sollen Besucher aus Ihrem Garten mitnehmen?

Es wäre schön, wenn wir bei einigen die Leidenschaft für’s Gärtnern oder Gartenplanung wecken. Wir beraten ja auch, vereinbaren Termine und stellen gemeinsam „Machbarkeits-Überlegungen“ an. Manche Besucher bringen Gartenfotos und Grundrisse mit. Dadurch können wir schneller sehen, was möglich ist. Unser Garten regt die Phantasie an. Besucher bekommen Lust auf Gestaltung und einen gepflegten Garten. Informationen zu den Besonderheiten verschiedener Stauden werden ausgetauscht, auch zum Nutzen von Insekten und „Zeigepflanzen“. Alles in allem kann daraus leicht ein unvergesslicher Sonntag werden. :o)

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